Etappe 8 – Von Niederkleveez nach Haffkrug – 34,1 km

Die Holsteinische Schweiz wird weiter durchquert nach Eutin. Danach hört die Seenlandschaft auf. Beherrscht wird Eutin von der Seeseite her durch sein Schloss. Die Vorteile einer aufgelassenen Infrastruktur ist Wegbegleiter über viele Kilometer. Die Gleise wurden abgebaut, der Schotter wiederverwertet und die Natur ist fleißig dabei ihre Refugien wiederzugewinnen. Und dann wieder an der Ostsee, in diesem Bereich Badekultur pur.



Niederkleveez – Eutin – Bujendorf – Oevelgönne – Hof Altona – Sierksdorf – Haffkrug

Schöne Glasfronten wie die in unserem Quartier erlauben herrliche Ausblicke, wenn sie sich jedoch nicht verdunkeln lassen, auch lange Tage. Die Tour mussten wir etwas anpassen, da die Ostseestrände wie in allerbesten Zeiten vollständig ausgebucht sind. Also haben wir eine Übernachtung in Lübeck geplant und schauen, wie man bis zur Küste kommt. Den Strand entlang fährt noch die Bäderbahn, die jedoch mit der Realisierung des Fehmarn-Belt-Projektes eingestellt werden soll. Deshalb endet die Wanderung heute in Haffkrug, die Bäderbahn bringt mich von dort nach Lübeck und morgen früh wieder zurück. Dies ändert natürlich auch die Streckenlänge.

Die hier angegebenen Kilometer und Höhenmeter sind nicht die Entfernungskilometer, sondern die tatsächlich gelaufenen. Wieso weichen diese teilweise erheblich von den geplanten ab? Es liegt unter anderem daran, wie geplant wurde. Die Route wird meistens als kürzeste zwischen den beiden Punkten ermittelt. Je kleiner die Abschnitte sind und je mehr Zwischenpunkte gesetzt wurden, desto exakter stimmt die Planung mit der späteren tatsächlichen Länge überein. Die kürzeste Strecke hat so ihre Tücken. Was ich bis jetzt festgestellt habe sind 3 Kategorien von Entfernung: mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Was ist wohl das Kürzeste? Natürlich mit dem Auto. Da es hier nicht bergig ist, haben schon früher Menschen den kürzesten Weg gesucht und Stück für Stück ausgebaut zu unserem Straßensystem. Die Radfahrer werden auf die Nebenstrecken verdrängt und wenn der Wanderer seine eigene Route möchte, dann ist sie noch weiter von einer direkten Verbindung entfernt, dafür meist sehr idyllisch. Wenn man nicht direkt an Bundes- oder Landesstraßen laufen möchte, wird somit die tatsächliche Strecke länger. Zudem kosten Besichtigung zum Beispiel von Städten oft mehrere Kilometer. Man möchte ja was sehen. Ab und zu kommt es auch vor, dass man sich verläuft oder bewusst die Route ändert. Meine Erfahrung sind ca. 5 – 10 % mehr auf lange Strecken, so dass ich von insgesamt ca. 3.000 km ausgehe.

Morgens geht es entlang von Seen durch den Wald bis nach Eutin. Die Menschen haben sich wegen der Hitze nur langsam bewegt. An solchen Tagen sind in einer Stadt die Außenrestaurationen mit Leuten belegt, die für eine Tasse Café sehr, sehr lange benötigen. Die für müde Wanderer reizvollen Schattenplätze waren alle belegt. Nach einem kleinen Imbiss im Halbschatten geht es weiter der besagten aufgelassenen Bahntrasse entlang. Überraschenderweise ist dieser mehrere Kilometer lange Abschnitt weder als Fahrradweg ausgebaut noch als Wanderweg ausgewiesen. Deshalb ist nur ein kleiner Pfad vorhanden für mich alleine. Es ist schon faszinierend, wenn man auf dem Bahndamm in Höhe von Baumkronen läuft und wie schnell sich die Natur ihr Land zurückholt. Schon wieder an einem Flugplatz vorbei, der jedoch eher sehr familiär ist. Morgen muss dann mal wieder eine Kläranlage her.

Nach längerer Wanderung, immer wieder auch ein paar Kilometer Straße dabei, wird der Strand in Sierksdorf erreicht. Er ist abends noch gut gefüllt. Von Corona keine Spur. Auch auf der Fahrt mit der Bäderbahn sind alle Sitzplätze belegt und einige sind auch noch gestanden.

Abends noch mit Empfehlung und Vorwarnung in Lübeck zum Seewolf – mit bärbeißigem Wirt, Er hat seinen Namen wirklich verdient. Man muss einiges aushalten, egal was man macht, aber er kann auch einstecken. Der Fisch war hervorragend. Aber bitte aufessen, sonst setzt es den nächsten Anschiss!


Entfernung

Etappe – 34,1 km

Gesamt – 274,1 km

Höhenmeter

Etappe – 236 m

Gesamt – 1.781 m