Etappe 9 – Von Haffkrug nach Lübeck – 33,4 km

Morgens mit der Bäderbahn um 8.10 Uhr wieder nach Haffkrug und dann die ersten 8 km durchs Wasser bis Timmendorfer Strand. Ein Paradies für Familien mit Kleinkindern: feiner Sand und sehr flacher Übergang ins Wasser, so dass alle Größen bequem im Wasser stehen und spielen können. Dann geht es ins Landesinnere über Bad Schwartau zur Hansestadt Lübeck.



Haffkrug – Scharbeutz – Timmendorfer Strand – Hemmelsdorf – Ratekau- Bad Schwartau – Lübeck

Die doppelte Übernachtungsstation in Lübeck hat auch seine Vorteile: Ich bin zwei Mal mit der gut gefüllten Bäderbahn, die bald historisch sein wird, gefahren, und die Wanderung kann mit kleinem Gepäck durchgeführt werden, eine Erleichterung im wahrsten Sinne des Wortes. Der Strand ab Haffkrug war morgens schon gefüllt, aber es geht noch gut zu laufen. Die Ausweichmanöver sind überschaubar. Dieses Jahr scheint ein Haupterkennungszeichen der Ostsee, die vielen Quallen, nur in geringer Anzahl vorhanden zu sein. Kein Quallenjahr, aber ein schönes Exemplar habe ich noch gefunden. In Timmendorfer Strand verlassen wir die Ostsee und es geht durch den Kurpark ins Landesinnere. Es geht wieder 3 km einer Landesstraße entlang und uns kommt ein ununterbrochener Autokorso entgegen. Wechseltag und Tagesausflügler. Den Kennzeichen nach zu urteilen, muss Hamburg am Samstag leer gewesen sein. Nachmittags haben wir mitbekommen, dass die Zufahrten wegen Überfüllung geschlossen wurden. Ein Vorteil, wer früh dran und dann auch noch zu Fuß unterwegs ist.

Weiter geht es dann ins Tal der Schwartau durch ein Naturschutzgebiet der Altarme des Flusses. Mein besonderer und sehr seltener Lieblingsvogel, der Eisvogel, soll hier auch hausen (er ist so selten, dass er bei allem, was als schützenswert empfunden wird, vorkommt). Am frühen Nachmittag ist es sehr angenehm durch dieses stehende Wasser auf Bohlenwegen zu gehen. Abends wird man dort wahrscheinlich zum Futter.

Der Weg durchs Grüne wird durch größere Industrieanlagen gestoppt. An Werk 1 bis 4 laufen wir vorbei. Wenn ihr einfach auf euren Frühstückstisch schaut, entdeckt ihr vielleicht Marmelade der Marke Schwartau. Ganz groß im Kommen sind derzeit wieder die abgepackten Portionen, die man immer nicht aufbekommt, in den Hotels. Hier in Schleswig-Holstein natürlich immer Schwartau.

Die schwülwarmen Temperaturen lassen das Wasser herunterlaufen. Nach einem Gewitter, welches wir gut unter dem Vordach eines Großhandels für Friseure verbracht haben (ein besonderer Dank hier dem Friseurhandwerk), geht es nach Lübeck durch das Nordtor hinein. Es gibt schöne Häuser und Winkel, aber in der Einkaufstraße die gleichen Ketten wie überall, was den Eindruck dieser Stadt schmälert, aber immer eine Reise wert mit viel Zeit und Muße auch die leereren Ecken zu entdecken. Durch das Holsten-Tor geht es hinaus zur Übernachtung. Beim Bau hätte ein Grundbaugutachter sicherlich einiges vermeiden können. Man half sich früher halt dadurch, dass der Bereich zwischen den beiden Türmen schnell ausgemauert wurde, um so weitere Schieflage zu verhindern. Die Setzungen und Schieflagen gingen jedoch weiter, so dass es immer wieder restauriert werden mußte. Den älteren unter euch ist das Tor noch aus dem 50 DM – Schein bekannt.

Zum Abschluss gilt mein besonderer Dank meiner Frau, die mich jetzt 9 Tage tapfer begleitet hat. Hauptsächlich am Anfang ist es vorteilhaft, sich gegenseitig bei der Überwindung des inneren Schweinehundes zu unterstützen. Und zusätzlich ist nette und geistreiche Begleitung jederzeit ein Plus. Ab morgen muss ich jetzt erst mal alleine durch.


Entfernung

Etappe – 33,4 km

Gesamt – 307,5 km

Höhenmeter

Etappe – 138 m

Gesamt – 1.919 m