Der Weg startet im Übergang von der Trave zur Alster und führt dann weiter durch das nördliche Alstertal Richtung Süden nach Hamburg. In früherer Zeit gab es sogar einen Verbindungskanal zwischen den beiden Flüssen, erstaunlich bei der jeweiligen Größe der beiden Flüsse oder Bäche in diesem Bereich. Bevor ihr weiterlest, schätzt einmal wann dieses technische Meisterwerk eröffnet wurde! Nein, nicht weiterlesen, erst raten!! Die Nähe Hamburgs läßt sich auch am Himmel durch die startenden oder landenden Flugzeuge feststellen.

Niehwohler Moor 
Aufgestaute Alster 
Frage auf dem Kopf. Bildschirm bitte drehen!
Grabau – Sülfeld – Kayhude – HH-Duvenstedt – HH-Poppenbüttel – HH-Ohlsdorf
Der Dorfkrug erfüllt seine Funktion als örtlicher Mittelpunkt hervorragend. Der Stammtisch, besser die Bierbank im Freien, füllte sich immer wieder mit neuen Einheimischen. Das Gefrotzel untereinander war ausgeprägt und der Wirt mischte fleißig mit. Es floss eine Runde Bier nach der anderen. So ähnlich kannte ich dies von früher vom Gasthaus Krone im Schurwald (der Gastwirt hieß Ewald; bei uns hieß es immer gehen wir heute zum Ewald). Für Unterhaltung war immer gesorgt. Gegen 23.00 Uhr schreckte ich wegen großem Geschrei und dem Ruf nach der Polizei auf. Nach nicht zu überhörendem hin und her beruhigte sich alles wieder so gegen Mitternacht, und dies alles unter meinem Fenster. Dorfkneipe und Übernachtungsbetrieb funktioniert halt nicht zusammen. Frühstück gibt es auch keines (Schlüssel stecken lassen, wir kommen erst um 11), also morgens erst die 3,5 km nach Sülfeld zum Bäcker.
Weiter geht es entlang des Nienwohler Moors, heute ein Naturschutzgebiet. Hier wurde bis 1975 noch Torf abgebaut. Der Torf wird heute durch Kompost ersetzt. Also immer schön die Grüne Tonne füllen. Wenn man genau an der Grenze entlang läuft ist rechts Moor mit Wiese und Schilf, auf der anderen Seite fast durchgängig Wiesen und Pferdekoppeln, ein guter Übergang bis zur Intensivlandwirtschaft.
Wer von den Hamburgern weiß schon, dass Hamburg früher einen direkten Zugang zur Ostsee hatte? Die Alster war mit der Trave verbunden, Das Projekt des Kanals war mit vielen Schwierigkeiten in technischer Sicht, politischen Streitigkeiten und Finanzierungsproblemen verbunden. Das Projekt wurde mehrfach eingestellt bzw. unterbrochen. Dies kenne ich aus Großprojekten in der Neuzeit. Also alles kehrt wieder. Das Hauptproblem war wohl der große Höhenunterschied zur Ostsee von 33 Metern, heute durch ein Schiffshebewerk zu bewältigen. Das erste Schiff, wohl ein Holztransporter, fuhr 1529 durch den Kanal. Der Betrieb wurde 1550 wieder eingestellt, die Gründe sind unbekannt.
Ab Kayhude trete ich ins Alstertal ein, welches seinen Charakter auf dem Weg Richtung Hamburg und in Hamburg ändert. Am Anfang ist die Alster ein kleiner Bach, der bei der Farbe des Wassers seine moorige Herkunft nicht verleugnen kann. Die Wege sind Trampelpfade im Wald. Mehr und mehr ändert sich der Charakter. Die Wege werden breiter, auch für Radfahrer geeignet, und erste parkähnliche Flächen mischen sich darunter. Auch die Anzahl und Größe der „Ausflugslokale“ nimmt zu. Die ersten Staustufen kommen und die Alster wird mit Kanus befahrbar. Die Staustufen ziehen Seenbildungen nach sich.
Beim Mittagessen in Duverstedt werde ich wieder an die (frühere) Arbeit erinnert. Nein, es ist nicht die Essensauswahl, sondern das Publikum. Ich bin genauso von Rentnern mit Tagesessen umringt wie im Waidmann in Stuttgart. Nein ihr habt nicht recht mit euren Vermutungen, Rentner bin ich erst Übermorgen.
Es gab bis jetzt keine Etappe, bei der ich so wenig über asphaltierte Wege mit so viel gefühltem Grün gegangen bin. Ein Hoch auf die Großstädte mit ihren Naherholungsgebieten. Deshalb gibt es heute fast nur „Grünbilder“.
Eigentlich wollte ich diese Etappe im Ohlsdorfer Friedhof beenden. Ich habe dann jedoch rechtzeitig bemerkt, dass ich noch nicht die Insiderinformationen einer lieben Kollegin eingeholt hatte (habe ich nachgeholt). Das zweite Argument hat mich noch mehr überzeugt. Ende 11. Etappe: Ohlsdorfer Friedhof. Das kann doch irgendwie komisch rüber kommen. Also ist jetzt Ende Ohlsdorf, S-Bahn-Station Hoheneneichen.
Auf dem Rückweg vom Abendessen ist mir doch noch eine Frage gekommen: Kann es Zufall sein, dass in Hamburg die Verwaltung von Parship und Jako-o im gleichen Hause sitzen?

Entfernung
Etappe – 36,7 km
Gesamt – 382,8 km

Höhenmeter
Etappe – 148 m
Gesamt – 2.307 m