Der heutige Tag führt durchs Wendland mit wenig Feldern und vielen Wiesen. Heute gibts Störche satt. Eines der schönsten Städtchen ist Dömitz mit seiner Festung. Die Elbe mit ihren Auen bleibt die ganze Strecke Begleiter der heutigen Etappe.
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Baustelle der Deicherhöhung -
Rathaus von Dömitz -
Ortsschilder für Radfahrer und Wanderer
Hitzacker – Wussegel – Penkefitz – Damnatz – Dömitz – Gaarz – Besandten – Unbesandten – Kiez – Mödlich
Morgens wenn ich los laufe, denke ich mir immer, heute finde ich bestimmt kein Thema, über welches sich zu schreiben lohnt. Abends komm ich nicht zum Schlafen, weil ich den Blog noch fertig schreiben muss.
Der Abmarsch beginnt gleich mit einem gesperrten Weg, angezeigte Alternativen Fehlanzeige. Wieder zurück und einen großen Umweg machen ist zu Fuß schon eine Überwindung. Also erst mal den Grund erforschen, welcher die Sperrung verursacht. Es ist eine Baustelle, da in diesem Bereich der Deich erhöht wird. Der Deich ist Verbindungsstraße, Radweg und Wanderweg. Da denke ich mir, als Bauingenieur muss ich hier sicher eine Vorabnahme machen, dass nachher keine versteckte Mängel auftreten. Also bin ich einfach weiter auf dem Damm, genauer auf dem Unterbau der ehemaligen Straße gelaufen. Samstags war ich fast alleine. Ein Firmenfahrzeug der Baufirma fährt an mir vorbei, lässt mich jedoch in Ruhe. Wahrscheinlich hat er mir die Deich- und Straßenbaukenntnisse sofort an meinem kritischen Blick angesehen und er wollte sich nicht in einen Disput mit mir begeben. Nach der Schafffusswalze hätte eigentlich bei längeren Liegezeiten und angesagtem Regen noch mal eine Glattmantelwalze drüber müssen, damit das Wasser nicht stehen bleibt. Oder es war ihm einfach egal, wer über die Baustelle läuft. Die Bauweise mit der seitlichen Erhöhung erscheint mir vernünftig und resourcenschonend.
Ein paar Kilometer weiter sehe ich auf einer Wiese gleichzeitig sieben Störche. Ihr könnt die auf dem Abschnittsbild sehen. Einfach größer zoomen, noch größer. Wenn ihr die Störche nicht findet (sie sind, wie gestern erwähnt, sehr scheu), nehmt dies als Bild der Weite des Wendlands. Dem politisch gebildeten ist das Wendland natürlich sofort ein Begriff. Dazu in den nächsten Tagen mehr.
Über die Brücke bei Dömitz geht es wieder auf die Ostseite der Elbe. Auf diesem kurzen Stück fahren gefühlt mehr Autos an mir vorbei als in der gesamten Woche vorher. Soviel Elbbrücken gibt es wohl nicht und wenn eine neue gebaut werden soll, gibt es sofort Proteste (war in Darchau der Fall). Brücke ja gerne, aber nicht auf meiner Gemarkung.
Dömitz hat eine pentagonale Festungsanlage, die lange Jahre die Grenze von Mecklenburg sicherte. Auch diese Stadt ist schön renoviert, natürlich alle Flächen mit Pflaster. Das Rathaus und der Platz sind sehr einladend, was fehlt ist etwas Leben.
Dann geht es immer auf dem Damm entlang. Um die letzten Kilometer noch zu schaffen, kehre ich noch in einem Café ein (Schokolade und Zitronenkuchen, die volle Dröhnung). Ich komme mit einem anderen Gast ins Gespräch, der einen ähnlich großen Rucksack hat wie ich. Seiner ist voll mit Fotoausrüstung. Er ist nämlich Hobby-Ornithologe. Seine Kompetenz hat er unterstrichen mit seiner Mitgliedschaft beim Ornithologenverband und beim BUND. Er hat mir berichtet, als ich stolz mit meinen 7 Störchen angegeben habe, dass er auf einer frisch gemähten Wiese 41 Störche gezählt hätte. Ich hoffe, dass Ornithologen nicht genauso zu Vergrößerungen neigen wie Angler. Er hat mir auch berichtet, dass meistens morgens um 5.00 Uhr auf Fotopirsch geht. Da bleib ich doch lieber bei meinen 7 Störchen.
Einen besonderen Service habe ich hier auch noch gesehen. Es gibt hier nicht nur Ortschilder für die Autofahrer, sondern auch für Fußgänger und Radfahrern. Auch die Ortsnahmen sind außergewöhnlich. Woher sie kommen, habe ich nicht herausgefunden. Dank Corona habe ich beim Check-in im Hotel erfahren, dass ich nun in Brandenburg bin :“Bei uns müssen sie im Hotel in Brandenburg keine Maske tragen.“ Im nächsten Bundesland mache ich es am Anfang sicher wieder falsch.

Entfernung
Etappe – 38,3 km
Gesamt – 557,8 km

Höhenmeter
Etappe – 62 m
Gesamt – 2.883 m