Nach dem Besuch der Büros in Kiel, Hamburg und Potsdam beginnt der Abschnitt 3 meiner Wanderung und es geht schnurstracks oder auch eher nicht gerade, sondern dem Wasser entlang, nach Berlin. Manchmal gibt es schöne Blicke wie zur Pfaueninsel mit seiner Burg.

Die zweiten Wanderbegleiter vor dem Büro Potsdam 
Schloss Cecilienhof 
Glienicker Brücke
Potsdam -Wannsee – Grunewald
Das erste Mal seit Tagen ist wieder beim Aufwachen blauer Himmel. Und dann habe ich auch noch ortskundige Führung durch meine Potsdamer Kolleginnen und Kollegen. Ihr werdet sehen, ich sehe ganz andere DXinge, als wenn ich alleine durch Potsdam gestreift wäre.
Ich lerne doch mehr und gehe mit offeneren Augen durch eine Stadt, wenn man eine ortskundige Führung hat und ich habe gleich drei ortskundige Führer. Wir treffen uns am Büro, wovon die Wanderung startet. Ich erfahre auch einige Dinge, die ich nicht zu Gesicht bekomme. Wir kommen durchs das bei Touristen sehr beliebte Holländische Viertel, es gibt wohl auch noch ein französisches und ein russisches Viertel. Migrationspolitik sah früher anders aus. Man holte benötigte Kräfte aus dem Ausland oder gab verfolgten Minderheiten Unterschlupf, siedelte sie jedoch in eigenen Viertel oder Orte an.
Die Wanderung geht durch den Neuen Garten, welcher einige sehr interessanter Gebäude enthält. Das bekannteste ist Schloß Cecilienhof, welches vom Stil gar nicht wie ein Schloss aussieht. Es wurde 1913 – 17 im englischen Landhausstil errichtet. Es wirkt eher klein, hat aber 176 Zimmer. Berühmt wurde es durch die Potsdamer Konferenz von 1945, in der die Neuausrichtung Deutschlands zwischen den Siegermächten verhandelt wurden. Uns zieht es weiter zur Meierei, in der heute nicht mehr Milch sondern Hopfen und Malz verarbeitet wird. Leider ist sie bis 12.00 Uhr geschlossen.
Bis Zur Glienicker Brücke wurde ich sicher begleitet und auf die andere Seite geführt. Mit dem Überschreiten der Glienicker Brücke habe ich schon das siebte von insgesamt 13 Bundesländer betreten. In dieser Hinsicht ist die Wanderung schon zur Hälfte geschafft. Ihr könnt ja mal versuchen die bisherigen 7 Bundesländer zusammen zu bekommen. Es ist ja im Zweifelsfalle alles nochmal nachzulesen 😉.
Die Glienicker Brücke von 1907 is die vierte Brücke an dieser Stelle und hat ihre Berühmtheit als Agentenbrücke erhalten. Durfte nach der Teilung am Anfang alle Personen die Brücke passieren, wurde dies immer weiter eingeschränkt, bis im Wesentlichen auf militärische Beobachtungsfahrten der vier Besatzungsmächte. Die Grenze zwischen Ost und West bzw. zwischen Potsdam und Berlin ist in der Mitte der Brücke, früher gekennzeichnet durch einen weißen Strich quer zu Fahrbahn, heute durch Metallbänder im Fußgängerbereich. Auch heute noch ist die Grenze am etwas dunkleren Farbanstrich auf Berliner Seite schon von weitem zu erkennen. Ihre Berühmtheit erreichte die Brücke durch drei Agentenaustausche mit insgesamt 40 Personen, wobei der letzte 1986 groß inszeniert wurde.
Weiter gehts in Begleitung meiner Tochter noch über Wannsee nach Grunewald. Als die Grenzen noch geschlossen waren, war dies das Erholungsgebiet der (West-)Berliner. Der Wannsee lädt zum Baden und Segeln ein. Der Grunewald hat seinen Namen zurecht, es ist ein sehr großer grüner Wald. Die offenen Blicke aufs Wasser sind hier selten, auch wenn man nach der Karte direkt an der Havel entlang läuft.
Abends lädt mich meine Tochter noch zum Abendessen ein, also sie hat das Lokal hervorragend ausgesucht. Es wird von jungen Leuten betrieben, denen die Begeisterung für ihre Tätigkeiten anzusehen ist. Beim Abendspaziergang am Landwehrkanal tobt am ersten schöneren Tag das Leben. Es ist hier wohl üblich, sich irgendwo was zu trinken zu kaufen, meist Bier, und damit dem Kanal entlang zu flanieren oder sich irgendwo hin zu setzen. Die leeren Flaschen werden dann meist im Bereich der Abfalleimer abgestellt und andere Menschen, die das Geld vom Flaschenpfand benötigen können, sammeln sie ein. Das Recycling wird damit sicher gestellt. Vor allem junge Menschen unterhalten sich in verschiedensten Sprachen. Das Leben ist zurückgekehrt.

Entfernung
Etappe – 27,1 km
Gesamt – 811,1 km

Höhenmeter
Etappe – 334 m
Gesamt – 3.924 m