Der Wandertag lässt sich landschaftlich in drei Teile trennen. Erst kommen die ach so vermissten Spargelfelder, gemischt mit anderen Anbauprodukten. Natürlich sind sie schon abgeerntet und das Grün sprießt kräftig. Treuenbrietzen ist die erste Trennung. Ab hier geht es durch das Naturschutzgebiet Zarth, welches fast bis Bardenitz reicht. Gleich am Rand von Bardenitz fängt der Wald an, der aber seinen Charakter schnell ändert. Bemerkenswert an diesem Wald sind die riesigen Schneisen die kreuz und quer gehen und wohl mal als Truppenübungsplatz gedient haben.

Nach dem Spargel kommen die Heidelbeeren 
Blumenwiesen mit Grashüpfer und Schmetterlingen 
Naturschutzgebiet Zarth
Beelitz – Elsholz – Salzbrunn – Treuenbriezen – Bardenitz – Peschüle – Jüterbog-Altes Lager
Zuerst die Auflösung vom Bilderrätsel von gestern: die Büsche sind Heidelbeeren. In der Zwischenzeit sind sie so gezüchtet, dass alles größer ist: Die Blätter sind größer, der Strauch ist größer und die Beeren sind größer, leider nicht der Geschmack. Das erste Bild zeigt den Verkaufsstand für die Leute, die nicht selber pflücken möchten. Beelitz hat das Marketing gut im Griff. Erst kommt der Spargel, dann die Heidelbeeren und zum Schluss die Kürbisse und jedes Mal gibt es ein großes Fest.
Die gestern vermissten Spargelfelder liegen wohl alle im Süden und sind genauso groß wie die schon geschilderten anderen Felder. Jetzt schießt das Grün des Spargels in die Höhe. Bei einem Feld ist es relativ zart, bei anderen Feldern schon sehr üppig. Den Grund dafür kann ich nur raten. Sind es unterschiedliche Sorten, waren die einen schon früher mit Folien abgedeckt und somit auch früher fertig mit der Ernte oder wurden manche Felder gar nicht bearbeitet, da die Erntehelfer gefehlt haben? Ich kenne mich da leider zu wenig aus und niemand läuft herum, den man Fragen könnte.
Hier werden ganze Blumenwiesen als Ersatz für die riesigen Monokulturen angelegt, so wie es aussieht mit Standardmischung. Auf einem Weg durch solche Blütenwiesen springen bei jedem Schritt die Grashüpfer bei Seite. So habe ich dies seit meiner Jugend nicht mehr erlebt. Nur Vögel habe ich wenige für diese Essensflut gesehen. Wahrscheinlich liegen sie in ihren Nestern und reiben ihre Bäuche. Dass ich gleichzeitig mehrere Duzend Schmetterlinge gesehen habe, ist heute das erste Mal.
Treuenbriezen ist ein nettes Städtchen mit historischem Kern, es fehlt wie in so vielen auf der Wanderung vor allem das Leben. Zumindest habe ich einen Griechen gefunden, der offen hat.
Durch die Abwandlung einer Route komme ich jetzt durch das Naturschutzgebiet Zarth. Der Wasserstand steht unmittelbar an der Oberfläche an. Es handelt sich um ein Niedermoor. Hier möchte ich nicht vom Wege abkommen.
Nach dem nächsten Ort wandelt sich die Landschaft völlig. Statt Moore herrschen sandige Heideflächen vor. Große Schneise dienten wohl als Panzerübungsplatz. Der Boden ist völlig durchpflügt. Es sind auch frische Fahrspuren vorhanden, obwohl der Bereich bestimmt seit 30 Jahren nicht mehr militärisch genutzt. Am Ende dieses Bereiches werde ich mit Warnschilder auf die Gefährlichkeit hingewiesen. Auch hier sollte man die Wege nicht verlassen. Am Schluss geht es noch an der verfallenen Kaserne vorbei in die Unterkunft.
Leider ist heute Ruhetag, also kein Abendessen. Wie oft ich auf dieser Wanderung schon italienisch oder griechisch gegessen habe obwohl ich eigentlich nach einheimischer Küche Ausschau halte. Italiener und Griechen haben hier viel mehr offen als Deutsche. Vor allem zur Mittagszeit ist kaum ein Deutsches Lokal offen. Dafür ist 100 m weiter ein Netto, also verhungern muss ich nicht.

Entfernung
Etappe – 37,8 km
Gesamt – 924,4 km

Höhenmeter
Etappe – 103 m
Gesamt – 4.570 m