Etappe 46 – Von Hagen nach Lennep – 37,3 km

Kurztext



Hagen – Haspe – Gevelsberg – Schwelm – Beyenburg – Lennep

Die Anstrengung von gestern erlaubt mir heute erst mal bergab zu gehen. Hier sind auch in Halbhöhenlage die Wohnblocks der Wohnbaugesellschaften, meist jedoch geschätzte 100 Jahre alt. Es war beschwerlich, die Dinge des täglichen Lebens den Berg hinauf zu schleppen und der Verkehr war überschaubar. Die Lage hat sich wohl gewandelt. Die meisten auch ältere Häuser sind zumindest äußerlich renoviert. Nach 3,5 km habe ich wieder den Einstieg zum Westfälischen Jakobsweg, dem ich bis Köln folgen möchte. Die nächsten Kilometer gehe ich eigentlich im Wald auf dem sogenannten Südhangweg. Vor lauter telefonieren habe ich kurzzeitig den richtigen Weg verloren und bin auf einmal wieder zwischen den Häusern. Normalerweise kann ich mehrere Dinge gleichzeitig machen, bei fernsehen und Wein trinken funktioniert dies schon ganz gut. Bei anderen Dingen muss ich da wohl noch üben.

Von oben sehe ich sicher über 10 km das durchgehende Band der Bebauung im Enneppetal. Die Namen der Städte oder Stadtteile wechseln, aber ein Unterschied ist von oben nicht zu unterscheiden. Direkt unterhalb meines Weges gehen die Bahngleise entlang. Es herrscht ein reger ICE Verkehr. Ruhiger Wald sieht anders aus, aber es ist trotzdem gut zu laufen.

In Gevelsberg scheiden sich die Geister, zumindest landschaftlich. Die Stadt liegt am Übergang vom Ruhrgebiet (Norden) und dem Sauerland (Osten) zum Bergischen Land (Westen). Frühzeitig haben sich die Kölner Bischöfe den Ort unter den Nagel gerissen, bevor er im 17. Jahrhundert Brandenburgisch und später Preußisch geworden ist. Nach Berlin war Gevelsberg die zweite deutsche Stadt, die eine elektrische Straßenbeleuchtung einführte. Lag dies am preußischen Einfluss? Gevelsberg war auch eine Zechenstadt, wobei die letzte schon bald nach dem zweiten Weltkrieg aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde. Die kurze Fußgängerzone ist gleich durchquert.

Da es sich um einen Pilgerweg handelt, kann es nicht einfach eben weiter gehen, sondern auf dem Weg musst du einfach auch leiden. Also gehts wieder hoch über die „Stütingstraße“ (da hätte ich wissen müssen, dass es schwierig wird) zum höchsten Punkt, auf dem natürlich ein Sendemast steht, bevor es nach Schwelm wieder abwärts geht. Schwelm ist Kreisstadt, flächenmäßig wohl die kleinste Stadt in NRW. Die haben wohl beim Eingemeinden nicht aufgepasst oder vielleicht genau das Gegenteil und sie haben sich rechtzeitig abgeduckt.

Die Kirche ist die zweitgrößte in Westfalen mit 2.400 Sitzplätzen. Wann war die Kirche das letzte Mal voll? Der Grundstein wurde 1842 gelegt. Vier Jahre später musste der Bau unterbrochen werden, weil sich die Türme setzten. Heute ist die Kirche geschlossen, weil sich die Türme weiter setzen und Unterfangen werden müssen.

Von Schwelm geht es wieder über einen Bergrücken zum Tal der Wupper, die im Bereich von Alt-Beyenburg aufgestaut ist. Dieses Refugium scheint ganz den Ruderer und den Kanuten zu gehören. Ein Verein nach dem anderen säumt das Ufer. Nach der Wupper geht es mindestens noch zwei Mal auf und ab, bevor ich nach Lennep komme. Im Bergischen Land gibt es wohl kaum ein Stück ebenes Land. Immer geht es auf oder ab. Den Namen hat das Land mit recht verdient. Dies hat zu einem neuen Höhenrekord von 886 m geführt. Heute Morgen hatte ich leichtsinniger Weise auf höchstens die Hälfte gehofft.

Lennep hat einen mittelalterlichen Stadtkern, der sich nahezu unverändert im Straßenbild ablesen lässt. Bei den mit Schiefer verkleideten Häuser ist das Alter für den Laien schwer einzuschätzen. Der Vorteil ist die leichtere Integration von neueren Gebäuden. Typisch sind die Farben schwarz, weiß sind grün.

Unterwegs habe ich noch große Felsbrocken (siehe Bild) in den Wiesen gesehen oder was ist dies?


Entfernung

Etappe – 37,3 km

Gesamt – 1.630,4 km

Höhenmeter

Etappe – 886 m

Gesamt – 13.419 m