Der letzte Tag des 6. Abschnitts mit dem Marsch nach Köln ist erreicht. Über die rechtsrheinischen Vorstädte geht es über die Hohenzollernbrücke, über die ich schon mehr als 100 Mal mit dem Zug gefahren bin, zum Dom. Ein Besuch im Büro zum Abschluss der Etappe ist obligatorisch. Danach geht es linksrheinisch weiter gegen Süden. Der überwiegende Teil geht durch Parks und Grünstreifen. Durch Industrie- und Gewerbegebiete aber auch an Villen vorbei erreiche ich in Godorf den Rhein, dem ich bis Widdig folge.

Kirche in Schildgen von Gottfried Böhm 
Schlössermeer auf der Hohenzollernbrücke 
Ölindustrie in Godorf
Altenburg – Odenthal – Schildgen – Mülheim -Köln – Godorf – Widdig
Ausgeschlafen und gut gefrühstückt geht es weiter dem Efgenwasser, welches jetzt in der Dhünn gelandet ist, bergab dem Rhein entgegen. Über Odenthal komme ich nach Schildgen zu einer neueren Kirche aus dem Jahre 1960 von Gottfried Böhm. Typisch für Böhm ist der Sichtbeton und die hofartige Umbauung. Die Metallstützen und die Ornamente geben dem Ganzen erst einen orientalischen Anklang.
Nach Schildgen erreiche ich Köln. Hier gehts durch Mülheim, dem einwohnerreichsten Stadtteil Kölns an die Rheinauen. Ein bisschen kann ich Nachfühlen wie sich Leute fühlen, die eine Minderheit darstellen. Personen mit Migrationshintergrund überwiegen deutlich. Die Rheinauen wurden im Zuge der Bundesgartenschau 1957 gestaltet. Ich könnte jetzt auch mit der Seilbahn über den Rhein fahren, aber dies hebe ich mir für Koblenz auf. Also geht es zu Fuß weiter den Rhein entlang bis zur Hohenzollernbrücke, die Eisenbahnbrücke zum Hauptbahnhof. Über diese Brücke bin ich schon mehr als 100 Mal mit dem Zug gefahren, aber auch schon ein paar Mal gelaufen, dann meist im Anzug. Die Geländer sind voll von sogenannten Liebesschlössern. Sicher haben sich da manche Menschen mehrfach verewigt, nicht unbedingt mit dem gleichen Partner.
Am Dom vorbei geht es Richtung Büro. Der Empfang ist herzlich und vor allem die Damen sind sehr an meinen Erfahrungen interessiert. Also, macht was außergewöhnliches und das Interesse steigt. Nach dem Mittagessen mit einem Kollegen, der extra keinen Italiener herausgesucht hatte, gehts weiter Richtung Süden. Ein Autobahnkreuz ist noch zu unterqueren, dann geht es Kilometerlang einer kerzengerader Straße entlang. Zuerst komme ich an einem Villenviertel vorbei, wobei ich dies in dieser Lage nicht erwartet hätte. Danach folgt gleich eine Raffinerie von Shell. Was machen Villen an einer Ölraffinerie und einer Autobahn? In Godorf erreiche ich wieder den Rhein, dem ich bis zum Endpunkt folge.

Entfernung
Etappe – 38.9 km
Gesamt – 1.698,7 km

Höhenmeter
Etappe – 211 m
Gesamt – 14.039 m