Der bekannteste Felsen des Rheins ist die Loreley. Man kann sie erklimmen oder mit dem Auto bequem vorfahren. Es zählt die Aussicht. Die Steilheit des Felsens kann man von oben nur erahnen.

Rhein on bis best 
Kaup von oben 
Bacharach
St. Goar – Loreley – Kaub – Bacharach – Trechtingshausen
Jetzt weiß ich auch warum die beiden Burgen (siehe Etappe 53) Katz und Maus heißen. Die Herren von Trier bauten am Rande ihres Gebietes eine Burg, die Burg Peterseck, zur Markierung ihrer Ansprüche. Die Herrscher von der Burg Rheinfels, die Herren von Katzenelnbogen, deren Burg auf der anderen Rheinseite liegt, Bauten als Antwort auch auf der rechten Rheinseite die Burg Katzenelnbogen. Die Bevölkerung nannte diese Burg nur die Katz. Da es erheblichen Streit unter den Herrscherlinien um diese Burgen gab, wurde auch von der Bevölkerung die Burg Peterseck bald nur noch die Maus genannt. Dieser Name hat sich bis heute festgesetzt. Also es war zuerst die Maus da.
Das kurze Stück nach St. Goar ist schnell gelaufen, bevor es mit der Fähre nach St. Goarshausen geht. Hoffentlich geht dies mit den Fahrpreisen nicht so weiter: die erste Fähre 0,90 €, die zweite 1,00 €, und jetzt 1,90 €. Die Fähre von Kaub kostet 2,00 €, soviel schon mal vorweg genommen. Ich brauche noch 2 Fähren. Hoffentlich geht die mathematisch Regel so nicht weiter.
Von der anderen Seite ist schon zu sehen, dass es wohl ganz schön steil aufwärts geht. An der Burg Katz kann ich nur vorbei gehen, da sie im Privatbesitz und bewohnt ist. Aber die Burg ist nur der Anfang. Die Etappe von St. Goarshausen bis Kaub ist mit ca. 20 km und 1.000 Höhenmeter in jede Richtung angegeben. Fast oben kommt mir die erste Wandergruppe entgegen, froh gelaunt. Sie versuchen zu sechst ein Selfie zu machen, was beinahe zu einem ausgekugelten Arm führt. Und es klappt trotzdem nicht. Immer einer fehlt wohl auf dem Bild. Ich greife helfend ein, um die Krankenkassen zu schonen. Ich soll ruhig ein paar Bilder mehr machen. Jetzt haben sie halt 30 Gruppenfotos.
Dann bin ich auf der Loreley, auch ein ehemaliges Projekt von uns. Die Plakate, dass 2019 umgebaut wird und immer ein Weg zur Loreley offen bleibt, hängen noch. Auch hier wie schon auf dem Ehrenbreitenstein vermisse ich die Aufenthaltsqualität. Wo sollen Leute verweilen? Keine Plätze, keine Rasenflächen keine Bäume unter die man sich setzen kann, aber wahrscheinlich ökologisch alles korrekt. Vorne ist es noch ziemlich leer und ich kann gut ein Blick auf den Fluss werfen. Auch von hier oben kann ich erkennen, dass sich das Wasser etwas mehr kräuselt als an anderen Stellen. Dann gehts über die Hochfläche weiter. Ein tiefes Zwischental ist noch zu überwinden. Es sind Stellen dabei, die mit Handseilen gesichert sind. Insgesamt eine sehr schöne und anspruchsvolle Strecke.
In einem Teil der Strecke laufe ich auch einen Weinlehrpfad entlang. Die besten Zeiten erlebte der Weinbau im Mittelrhein in der Zeit Karl des Großen. In den Städten war Wein ein gefragtes Gut. Meist war der Weinbau in der Hand der Klöster. Es waren bis zu 4.000 ha bestockt. Heute zählt der Mittelrhein zu den kleinen Anbaugebieten mit 450 ha.
Die angegebene Streckenlänge stimmt mit meiner gemessenen überein. Bei der Höhendifferenz gibt es gewaltige Unterschiede. Meine Höhenmesser zeigen mir maximal 700 m an, also weit weg von den 1.000 m. Über Wolken oder durch die Luft gehen kann ich noch nicht, wenn ich auch oft beschwingt gehe. Körperlich fühlt es sich auch nicht wie 1.000 m an. Vielleicht haben sie an der Route was geändert. Um 13.30 Uhr bin ich wieder unten in Kaub und bekomme sogar noch einen Rheinischen Sauerbraten mit Apfelmus.
Auf der Ebene komme ich auch durch den Ort Dörscheid. Das einzige Lokal ist eigentlich geschlossen und sie haben heute Nachmittag ein Seminar über Riesling. Essen geht nicht, aber ich bekomme etwas zu trinken, was ich aber auf der Terrasse einnehmen muss. Was anderes wäre mir auch nicht in den Sinn gekommen. Sie müssen noch den Beamer aufbauen und testen. Ein schönes Erlebnis mal mittags in einem Lokal.
Auf der anderen Seite gehe ich nach Bacharach, ein schöner und touristischer Ort. Die Versorgungslage ist dann gut. Gestärkt mache ich dann noch Strecke dem Rhein entlang, solange ich Lust habe. Der daneben liegende Bahndamm gibt Schatten und im Rhein baden viele Leute. Die Stellen sind mit Steinriegel ins Wasser einigermaßen gesichert. Ich komme bis in den bekannten Ort Trechtingshausen. Dann reichte. Genug Strecke gemacht.

Entfernung
Etappe – 36,3 km
Gesamt – 1.895,2 km

Höhenmeter
Etappe – 719 m
Gesamt – 17.024 m