Heute geht es wirklich raus aus dem Rheingau. Für mich endet der Rheingau am Rhein und nicht am Main. Der heutige Abschnitt ist geprägt durch Landwirtschaft, Wohnen und den Frankfurter Flughafen. In Frankfurt liegt das Höchst-Werk als Hindernis auf dem Weg, bevor es durch den schmalen Grüngürtel entlang der Bahn nach Frankfurt geht.

Kirche und Markt in Flörsheim 
Wohnstraße in Höchst 
Altes Schloss in Höchst mit Bischof
Hochheim – Flörsheim – Eddersheim – Hattersheim – F.-Sindlingen F.-Höchst – F.-Nied – Frankfurt
Die Frühstücksdame ist sehr jovial, das Frühstücksbuffet leider noch nicht fertig. Also noch mal ins Zimmer und weiter packen. Beim Weg durch Hochheim kommen mir einige Mütter mit ihren Kleinkindern auf dem Weg zur Kita oder zum Kindi entgegen. So ein Weg ist nicht eine Fortbewegung von A nach B, sondern ein laufender Disput und Auseinandersetzung. Ich will nicht an der Hand laufen, ich will nicht., vor dem Überqueren der Straße vom Fahrrad absteigen, aber ich hab doch den ganz langsamen Gang drin….Man lernt fürs Leben und testet aus. Die Kinder sind noch voll Energie und die Mütter noch gelassen.
Dann geht es Richtung Flörsheim über Felder und durch den Landschaftspark, ein Paradies für Hunde und ihre Besitzer. Hier können sie wohl frei laufen (natürlich sind die Hunde gemeint). Das Spiel mit Ball holen ist sehr beliebt. Auch bei den Hunden sind nicht alle gleich geschickt. Der eine rennt immer unten durch und muss dann wenden, um den Ball zu holen, der andere fängt ihn in der Luft. In Flörsheim um die Kirche ist Markt. Alle stehen hier sehr diszipliniert an und der Abstand ist eher mehr als 2 Meter. Man kennt sich und drängelt nicht.
Ich laufe genau neben der Einflugschneise der Landebahn Nordost des Frankfurter Flughafens. Die ausgefahrenen Fahrwerke kann ich deutlich sehen. Heute Nacht und heute Morgen hatte ich die Flugzeuge trotz offener Balkontüre gar nicht wahrgenommen. Jetzt, wo ich sie sehe, höre ich sie auch deutlich. Die Flugzeuge sind fast zum Greifen nahe. Sie kommen etwa im 2 Minuten-Takt herein. Es ist kaum eine Lücke vorhanden. Dann sind die Landeanflüge wie abgebrochen. Jetzt werden wohl am Hub Frankfurt die Passagiere umgeladen. Eine halbe Stunde später beginnt es mit den Starts, aber auf einer anderen Bahn. Sie sind jedoch auch deutlich sichtbar und hörbar.
Vor allem in Eddersheim ist das Dröhnen der startenden Flugzeuge deutlich zu hören, wenn sie mir vollem Schub steigen. Was für ein Glück, wenn man in der Einflugschneise wohnt. In Sindlingen hat nicht nur der Kebab-Stand Betriebsferien, sogar der Inder hat geschlossen. Wenigstens die Tankstelle hat offen. Jetzt geht es kilometerlang der Abgrenzungsmauer von Farben Höchst entlang. Es ist eine verklinkerte Betonmauer, relativ unsauber gefertigt. Aber wenn juckt dies, wenn er in ein paar Metern mit Tempo 60 – 80 daran vorbeifährt? Und gehen sehe ich auf dem großzügigen Gehweg niemand außer mir.
In Höchst habe ich eine Entdeckung gemacht. Es gibt, richtigerweise muss ich sagen es gab eine Tourist Information (auf dem Bild ganz links). Der Laden ist leider geschlossen. Das Konzept Frankfurt-Höchst als touristischen Schwerpunkt auszubauen ist wohl gescheitert. Wenn ich an das gerade durchquerte Bahnhofsviertel zurückdenke, kann ich mir auch vorstellen warum. Auch beim Marktplatz weiß ich nicht, wohin ich zuerst nicht hinschauen soll. Vielleicht war auch nur der Standort falsch. Die Touristen sind unten beim alten und neuen Schloss. Hier würde sich noch einiges draus machen lassen, vor allem weil Höchst die Hochburg des Erzbischofs von Mainz gegen die aufmüpfigen Frankfurter war.
Der Rest der Strecke geht der Weg entlang der Bahntrasse auf der einen Seite und auf der anderen Seite Flächen der Bahn-Landwirtschaft, kurz gesagt Kleingartenanlagen der Bahn. Abends gehen ich noch mit den Frankfurter Kollegen noch gemeinsam Essen, natürlich im Freien. Wir gehen in einen Biergarten am Main, jedoch am anderen Ende im Osten von Frankfurt. Die Kollegen haben mir sicher mit der Auswahl des Lokals aufzeigen wollen, wie viel Fußweg ich gespart habe, dass ich jetzt schon zu Fuß da bin. In diesem Bereich ist ein möglicher neuer Bürostandort. Es ist ein sehr netter Abend mit den Kollegen. Der weite Weg hat sich gelohnt. Das Wandern ist doch ansteckend. Ein Kollege wandert morgen eine Wallfahrt, aber er beginnt um 4.00 Uhr morgens. Da werde ich hoffentlich noch schlafen.

Entfernung
Etappe – 29,9 km
Gesamt – 1.961,4 km

Höhenmeter
Etappe – 79 m
Gesamt – 17.967 m