Diese Etappe ist geprägt von einer großen Stadt am Anfang, viel flacher Wald in der Mitte und wieder einer großen Stadt am Ende. Am Anfang ist alles interessant, am Ende ist die AufnahmeFähigkeit sehr begrenzt. Beide Städte verdienen mehr als nur ein paar Stunden.

Römer in Frankfurt 
Erdaushub FAIR 
Fußgängerbereich in Darmstadt
Frankfurt – Sachsenhausen – Dreieichenhain – Darmstadt
Der erste Weg geht in die Innenstadt, immer der Skyline nach. Es wird noch fleißig gefegt und gereinigt. Vom Bahnhof in die Innenstadt liegen die Menschen noch in den Eingängen. Die ersten Coffee Shops öffnen und die Stühle werden herausgestellt. Die Paulskirche, die Wiege des Deutschen Parlamentarismus, ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Der Römer, die ursprüngliche Altstadt, ist ein seltsames Konstrukt. Die alten Fassaden der Häuser wurden nachgebaut, aber zu perfekt. Für mich wirkt es ein bisschen wie Disney. Alle Balken sind absolut Plan. Beim genaueren Hinschauen fehlt das Leben in den Fassaden oder bin ich da beruflich deformiert. Der Kontrast zwischen alten Häusern und den Glas- und Spiegelfassaden macht den Reiz aus. Am Main reiht sich ein Museum ans andere.
Über Sachsenhausen geht es in den großen Stadtwald von Frankfurt. Die Wege sind im Karree angelegt, eigentlich ideal um sich zu verlaufen. Am Flughafen geht es nun westlich vorbei und die landenden Flugzeuge überm Kopf sind deutlich zu hören. Die Wolkendecke hängt noch so tief und ist noch so geschlossen, dass man die Flugzeuge trotz der geringen Entfernung von 8 km zum Flughafen nicht sieht.
Eigentlich laufe ich den ganzen Weg im Zick-Zack durch den Wald. Abwechslung ist heute nicht viel vorhanden. An den Orten Neu-Isenburg, Langen, Egelsbach und Wixhausen laufe ich nur vorbei, ohne die Orte zu sehen. Einzige Ausnahme ist Dreieichenhain. Hier komme ich an einer halb Burg, halb Ruine und einer kleinen Altstadtstraße vorbei. Sonst ist nur noch der Gang über den Golfplatz Gut Neudorf erwähnenswert. Die Wege kreuzen einzelnen Spielbahnen. Hier heißt es aufpassen und die Spielerqualität richtig einschätzen. Ich hab’s unverletzt überstanden.
Am Projekt FAIR, dem Bau eines Ionenbeschleuniger, komme ich bis auf wenige Meter vorbei. Heute am Samstag ruht die Baustelle. Die großen Berge des Aushubs sind noch vorhanden. Die Wiederverfüllung für große Teile steht noch aus.
Darmstadt hat sicher einiges an Bauwerken zu bieten. Ich bin einfach zu erschöpft, um die Stadt noch mit großem Interesse anzusehen. Einen kleinen Gang durch die Einkaufs- und Fußgängerzone mache ich noch. Nur so klein ist der Gang gar nicht, weil die Zone so groß ist.
Nach über 40 km am Hotel angekommen, gibt es ein positive Überraschung. Wie immEr wird gefragt, ob ich mit dem Auto gekommen bin. Als ich erläutere, dass ich wandere, wird von der Dame sofort angeboten, die Wanderkleidung zu waschen. Was für ein Service!
In der Nähe ist noch ein Biergarten. Als Einzelperson bist du nicht sehr beliebt, da du einen ganzen Tisch belegst. Der Tisch ist groß, also werden noch zwei junge Herren ans andere Ende gesetzt. Beide sind sicher unter 30. Der Abstand von 1,50 m ist gewahrt. Es lässt sich trotzdem nicht vermeiden, dass ich gewisse Gesprächsfetzen mit bekomme. Es geht bei ihnen auch um Ehe- und Partnerschaftsprobleme. Dies hatte ich doch schon einmal. Also, merkt euch, es ist nur ein Gerücht, dass sich Männer, wenn sie in die Kneipe gehen, über Fußball unterhalten. Dies machen sie wohl nur, wenn Frauen dabei sind.

Entfernung
Etappe – 41,3 km
Gesamt – 2.002,7 km

Höhenmeter
Etappe – 262 m
Gesamt – 18.229 m