Heute wechselt wieder die Landschaft. Es geht die Hessische Bergstraße entlang. Hier erhebt sich direkt an die Rheinebene angrenzend der Odenwald, eine ideale Landschaft für Berge, ich meine natürlich Weinberge. Da die Flüsse und Bäche in Ost-West-Richtung fließen, die Wanderung von Nord nach Süd geht, wird es ein Auf und Ab geben.

Noch lächelt der Kollege 
Burgen und Ruinen (Schloss Alsbach) 
Blick ins Rheintal bei Bensheim
Darmstadt – Eberstadt – Seeheim – Bensheim
So sauber nach dem gestrigen Waschtag bin ich seit 58 Tagen nicht mehr gestartet. Heute schließt sich mir ein ehemaliger Kollege, ein echter Hesse, mit an. Sprachschwierigkeiten dürfte ich dann keine haben, denn ein Übersetzer ist dabei. Groß, kräftig und sportlich sieht er auch aus (Ehemaliger Triathlet), also dürfte es auch beim Laufen keine Probleme geben. Frisch gewaschen und gekleidet geht es los.
Nach der Empfehlung meiner Wirtin, die ebenfalls eine begeisterte Wanderin ist, geht es erst mal an der Orangerie vorbei in den Wald. In Eberstadt streifen wir noch mal den Ort und von da an laufen wir nur noch am Rande des Odenwalds die Hessische Bergstraße entlang.
Vom laufen durch den Wald ist dies eine sehr schöne Tour, Die Wege sind von der Beschaffenheit und der Steigung sehr unterschiedlich. Es sind breite Ziehwege wie auch schmale Pfade dabei. Am Anfang wird jede Steigung gerne angegangen, nachher lässt der Elan etwas nach. Das Laufen mit einem Kollegen ist ganz anders, weil durch die Gespräche eine Ablenkung vom Laufvorgang erfolgt. Auf dem Weg werden noch einige Burgen und Ruinen besichtigt.
Gleich bei der ersten Burg, der Burg Frankenstein, holt uns die Realität ein. Die Burgschänke öffnet erst um12.00 Uhr. Die Touristen stehen schon jetzt ab 11.00 Uhr Schlange. Die Service-Wüste Deutschland lebt. Nächstes Ziel ist die Ruine Tannenberg. Hier habe ich beste Aussicht auf das Lufthansa Hotel, in dem ich schon manche Tage verbracht habe.
Ab wieder ins Tal und in Seeheim finden wir schon im dritten Lokal etwas zu Essen. Auf dem Alsbacher Schloß dürfen wir unser Getränk stilecht aus Tonkrügen zu uns nehmen. Die Beime werden müder und wir versuchen die Höhe beizubehalten. Dies gelingt ganz gut, aber dafür nehmen die Schlaufen, die wir laufen müssen, zu mit einem positiven Nebeneffekt. Die Frankfurter Kollegen haben gerade eine Teamwette, welche Gruppe die Triathlonstrecke als Team als erstes schafft. Herr Kluge kann jetzt mit stolzen 36,5 km einen erheblichen Beitrag zum Erfolg beitragen. Er hat bis jetzt auch damit die Führerschaft bei der Streckenlänge bei den externen Mitwanderern übernommen.
Dies muss natürlich mit je zwei Weizenbieren bei der Ankunft in Bensheim gewürdigt werden, bevor er leicht geschafft mit dem Zug nach Hause fährt. Die letzten Kilometer vom Bahnhof nach Hause werden sicher nochmals herausfordernd. Für mich war es mal wieder schön, mich angenehm und interessant unterhalten zu können.
Nach dem Duschen muss ich noch in den Ort, da das Hotel keine Gastronomie hat. Ich habe ein Winzerlokal gefunden. Am Tisch ist ein fideles älteres Paar (er 87!), mit denen ich ins Gespräch komme. Ich bekomme den Ratschlag für eine alternative Route für morgen. Schon wieder eine Entscheidung zu treffen.

Entfernung
Etappe – 36,5 km
Gesamt – 2.039,2 km

Höhenmeter
Etappe – 1.136 m
Gesamt – 19.365 m