Die meiste Strecke geht es heute direkt am Neckar entlang. Im Heilbronner Bereich können wir fast ausschließlich unter Bäumen laufen, was bei den Temperaturen angenehmer ist. Ausnahme ist das Landesgartenschaugelände, in dem die Bäume erst noch ein bisschen wachsen müssen. Beivso einer Hitze hören wir auch gerne etwas früher auf, um dann auf dem Balkon zu sitzen und unseren Blick über den Ort Talheim schweifen zu lassen, z.B. zur alten Burg.

Nicht was, sondern wo bin ich? 
experimenta Heilbronn 
Mein Ersatz für den Mähdrescher
Bad Wimpfen – Unter-/Obereisesheim – Heilbronn – Horkheim – Talheim
Bad Wimpfen schauen wir uns erst am Morgen an. Abends ist man im Tunnel und denkt nur noch an Trinken, Duschen, Trinken und Essen und dann Schlafen. Das kulturelle Interesse geht eher gegen Null. Am Morgen sieht man Dinge, an denen man wohl abends vorbei gelaufen ist.
Wir laufen erst mal runter nach Bad Wimpfen im Tal (siehe Etappe 63). Ab dort geht es immer am Neckar entlang an Unter- und Obereisesheim vorbei. Auf der anderen Neckarseite sehe ich das Salzbergwerk von Bad Friedrichshall und das große Audi-Werk in Neckarsulm. Ich weiß, dass für die gebäudetechnische Planung dieses Werkes einige Kollegen nicht nur körperlich, wie ich jetzt schwitze, sondern auch geistig geschwitzt haben. Auf unserer Seite liegt ein Werksparkplatz mit eigener Zugangskontrolle und eigenem Steg über den Neckar. Auffällig ist, dass auf diesem Parkplatz fast nur Fremdfahrzeuge parken. Die müssen wohl außerhalb der Sichtweite bleiben.
Die Hoffnung, dass ich noch einen Mähdrescher bei der Getreideernte sehe, habe ich jetzt aufgegeben. Ich sehe auf der Wiese einen „Grasdrescher“ fahren, der fast vergleichbar einem Mähdrescher funktioniert. Die Auenwiesen sind damit in kürzester Zeit gemäht, geladen und abgefahren. Wenigstens ein kleiner Erfolg für mich. Eigentlich ist es unglaublich, mehr als 60 Tage während der Erntezeit durch Deutschland zu wandern und keinen Mähdrescher bei der Arbeit zu sehen. Jetzt sind die Felder abgeerntet.
In Heilbronn laufen wir über das ehemalige Landesgartenschaugelände. Schön sind die Stege und die Verbindung mit dem Wasser. Die vorhandene Bebauung gibt einen Eindruck, was eine verdichtete städtische Bebauung bedeutet. Die Besonderheit ist eher die energetische Betrachtung der Häuser, von der Form und Anordnung erkenne ich nichts modellhaftes. Es geht an der experimenta vorbei in die Innenstadt. Die experimenta ist Deutschlands größtes Science Center. Die Kollegen könnten noch viel mehr darüber erzählen.
In der Innenstadt ist erst Mal Essen und Trinken angesagt. Wir sitzen an einem Neckararm im Schatten unter Bäumen. Wie ich im nächsten Lokal am eigenen Körper erfahren darf, geben Bäume einen wesentlich kühleren Schatten als Sonnenschirme.
Im Hafen laufen wir an einem riesigen Silo vorbei. Die Dimension wird erst deutlich, wenn man direkt davor steht. Ihr könnt ja mal schauen, ob ihr mich auf dem Bild findet (unten am Silo schauen😄).
Die Hitze ist heute drückend. Ein Thermometer an einer Apotheke zeigt in der Sonne 42 Grad an. Nach dem Duschen genießen wir den Blick vom Balkon auf Talheim mit Kirche und alter Burg.

Entfernung
Etappe – 26,1 km
Gesamt – 2.187,9 km

Höhenmeter
Etappe – 90 m
Gesamt – 22.144 m