Die vorletzte Etappe dieses Abschnitts führt von Marbach bis nach Stuttgart immer dem Neckar entlang. Diesen Tour habe ich schon zu Fuß wie auch mit dem Fahrrad gemacht. Im Nahbereich von Stuttgart säumen einige Biergärten die Ufer, wie zum Beispiel der am Zusammenfluss von Rems und Neckar. Das Besondere heute ist die Wanderung in der Kleingruppe. Für mich überraschend und erfreulich ist meine Zweiergruppe auf eine Siebenergruppe angewachsen.

Wandergruppe 
Cannstatter Zuckerle 
Neckarbrücke im Bau
Marbach – Ludwigsburg – Remseck – Stgt.-Hofen – Bad Cannstatt – Stuttgart
Heute haben wir mal in einem Gästehaus übernachte. Das einzige Problem dabei ist, dass es kein Frühstück gibt. Gestern haben wir schon drei Alternativen ausgekundschaftet und nehmen die, welche am nächsten zum Bahnhof liegt. Auch Bäckereien bieten ein gutes Frühstück mit Spiegeleiern und frisch gepresstem Orangensaft an.
Heute läuft der Kollege Sebastian Beck mit, mit dem wir am Bahnhof verabredet sind. Überraschenderweise kommen noch weitere Kolleginnen und Kollegen mit. Aus einer Kleingruppe wird eine Siebenergruppe. Das Schöne dabei ist, dass sich immer wieder andere Kleingruppen bilden, mit denen man sich austauschen kann. Die Tagestour passe ich deshalb auch so an, dass jeder eine Möglichkeit hat, mit der Bahn wieder zurückzukommen. Also geht es nicht über die Solitude durch den Wald, sondern weiter den Neckar entlang bis nach Stuttgart. Nach der gestrigen Abweichung ins Bottwartal muss ich ja noch ein Stück Neckar inhalieren.
Die Route ist identisch mit dem Neckartalradweg, was natürlich an einem Sonntag zu einer sehr starken Auslastung führt. Auf dem Weg sind Radfahrer aller Couleur unterwegs: die gemütlichen Sonntagsfahrer, die e-Biker von gemütlich bis rasant und die Rennradfahrer, vom Ausflugsfahrer bis zum ambitionierten Sportler. In Anbetracht der doch sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten geht es noch sehr gesittet zu.
Wie immer mit neuen Wanderern ist die Anfangsgeschwindigkeit hoch. Überraschenderweise bleibt es trotz wechselnder Führungsarbeit bei einem hohen Tempo fast bis zum Schluss. Die ersten beiden Stunden wird erst mal ohne Pause durchgelaufen. Kleinere Sehenswürdigkeiten wie die Weinberge in Ludwigsburg oder eine große Renaturierungsmaßnahme am Neckar nimmt man so im Vorbeilaufen mit. Der erste vorgesehene Einkehrschwung wird uns versagt, da das Lokal wohl ganz geschlossen hat. Also weiter zum nächsten. Es ist ein Biergarten genau auf der Spitze des Zusammenflusses von Rems und Neckar. Nach einem riesigen Gyros für den linken Zahn von Kollege Baumann und den nötigen Getränken geht es weiter.
Das Klärwerk Mühlhausen, das Hauptklärwerk von Stuttgart, ist den meisten Wanderern aus verschiedenen Projektbesprechungen auch vor Ort bekannt. Wir können dem Drang sofort zum Arbeiten auf die andere Seite zu wechseln gerade noch widerstehen.
Ein Stückchen weiter bin ich meinem Bildungsauftrag nachgekommen und habe die Lage Cannstatter Zuckerle erläutert. Es lassen sich aus den Trauben nicht nur süße Weine, wie der Namen vermuten lässt, sondern auch gehaltvolle trockene Weine keltern.
Weiter gehts zum Hauptbahnhof. Wir kommen an der neuen Neckarbrücke von Stuttgart 21 sowie dem Hauptbahnhof vorbei, alles Projekte, die wir jahrelang betreut haben. So langsam sind alle froh, dass ein Ende der Wanderung abzusehen ist. Für einen kleinen Absacker im Biergarten im Schlossgarten reicht die Kraft noch.

Entfernung
Etappe – 35,9 km
Gesamt – 2.253,2 km

Höhenmeter
Etappe – 220 m
Gesamt – 22.626 m