Heute geht es von der Stadtmitte von Stuttgart über das Büro in Vaihingen nach Hause, wobei dies nur ein kurzer Zwischenstopp ist. Stuttgart als Stadt zwischen Wald und Reben lässt sich am Besten aus den Halbhöhenlagen betrachten. Geschafft hat man’s hier, wenn man hier wohnt und das Häuschen noch sein eigen nennt. Der Weg ist natürlich ein Heimspiel.

Ehemaliges Büro in der Lautenschlagerstraße 
Schwabtunnel von 1896, der erste Tunnel in Stuttgart 
Halbhöhenlage Killesberg
Stuttgart – Stgt.- Vaihingen – Sindelfingen
Heute Nacht habe ich zu Hause geschlafen. Das eigene Bett ist für einen guten Schlaf nicht zu unterschätzen. Dieser Montag ist wie ein Sonntag, also Frühstück erst um 8.00 Uhr. Auf dem Weg zur S-Bahn merke ich, dass das Alter zuschlägt: Maske vergessen. Also wieder umdrehen, Maske holen und dann mit der S-Bahn zurück zur Stadtmitte, wo wir gestern aufgehört haben. Irgendwie muss man ja zu seinen Kilometer kommen. Heute bin ich seit einer Woche wieder mal alleine unterwegs.
In Stuttgart geht es erst einmal von der S-Bahn in die Lautenschlagerstraße an meinem ehemaligen Büro vorbei. Ich saß mit den Kollegen auf der Höhe des Balkons (siehe Bild). Bei warmem Wetter hat die Steinfassade die hervorragende Eigenschaft sich aufzuheizen und die Wärme auch über Nacht zu speichern. Was für den Wein gut ist, muss für den Menschen nicht genauso vorteilhaft sein. Abkühlung am Morgen war also nicht gegeben. Der Bonus des Wellnessbereichs (Sauna inklusive) wurde leider von den Mitarbeitern nicht in dem gebührenden Maße wertgeschätzt.
Gleich daneben ist die Königsstraße, die Haupteinkaufsstraße von Stuttgart (die wiederum sehr wertgeschätzt wurde). Diese geht es immer weiter kerzengerade leicht bergauf. Um 10.00 Uhr ist es hier noch relativ ruhig. Die Weinberge wachsen hier bis in die Stadtmitte. Ein früherer Slogan von Stuttgart hieß: Stadt zwischen Wald und Reben. Mit der Beschreibung von gestern lässt sich dies bestens nachvollziehen. Besonders begehrt sind die Halbhöhenlagen als Wohngebiet, wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. Da ich zwischen Stuttgart und Sindelfingen schon viele unterschiedliche Wege gegangen bin, habe ich die Wahl der Qual, da es auf jeden Fall aufwärts geht. Hauptargument für die Wahl ist, welcher Biergarten montags auf haben könnte. Die Betonung liegt auf könnte, da ich in den letzten 66 Tagen gelernt habe, dass die Öffnungszeiten gemäß Internet nur eine unverbindliche Möglichkeit sind.
In der Fußgängerzone werden die Ständer vor die Geschäfte gestellt und die Handwerker verlassen vollgepackt mit ihren Werkzeugkästen die Geschäfte. Dem ältesten Tunnel von Stuttgart von 1896 steige ich aufs Dach, da er unten gerade saniert wird. Dann gehts die Hasenbergsteige hoch. In der Vergangenheit bin ich diese immer nur abwärts gelaufen, und ich wußte, warum. Drei Fahrräder sind an mir auf der gesamten Steige vorbeigefahren, alle mit Elektrounterstützung. Nur die ganz Harten fahren hier nur mit Muskelkraft hoch. Schnell noch einen Kollegen angerufen, der in Stuttgart alle Biergärten und Restaurants inklusive Öffnungszeiten kennt. Er ist in dieser Hinsicht verlässlicher als das Internet. So sitze ich mal wieder bei einem Italiener im Tennisverein bei Tagliatelle mit Steinpilzen und Rinderstreifen. Eigentlich hätte ich ihn sicherlich gleich nach der Speisekarte fragen können.
Frisch gestärkt gehe ich noch die paar Kilometer durch den Wald bis zu meinem ehemaligen Arbeitsplatz. Es sind doch einige da, so dass ich doch relativ lange brauche, bis ich von Büro zu Büro gegangen bin. Es ist interessant und erfreulich, die alten Kolleginnen und Kollegen wieder zu treffen und sich mit ihnen zu unterhalten. Viele wären gestern auch noch gerne mitgelaufen, hatten aber schon langfristig andere Termine. Ob sie nach einem Gespräch mit den gestrigen Wanderern über den jeweiligen Körperzustand 🥵🥵 immer noch gerne gerne mitgewandert wären? Über 30 Kilometer aus dem Stand ist ein Wort!
Der restliche Weg nach Sindelfingen ist ein Heimspiel. Die 6,4 km bin ich im ersten Halbjahr x-Mal hin und zurück gelaufen, als ich noch teilweise gearbeitet habe. Durch dieses Training konnte ich auch gleich mit über 30 km pro Tag einsteigen. Heute werde ich noch ein letztes Mal vor den nächsten Wochen zu Hause schlafen.

Entfernung
Etappe – 24,4 km
Gesamt – 2.277,6 km

Höhenmeter
Etappe – 447 m
Gesamt – 23.073 m