Etappe 1 – Von Holnis nach Wassersleben 32,5 km

Der Anfang ist gemacht. Die erste Etappe ist bewältigt. Eigentlich ging es nur der Flensburger Bucht entlang vom nördlichsten Punkt des Deutschen Festlandes an der Ostsee bis kurz vor die dänische Grenze. Es war ein typischer norddeutscher Tag mit Wind und Regen. Wer nie bei Regen gewandert ist, kann die schönen Tage nicht richtig würdigen!



Holnis – Bockholm – Glücksburg – Meierwik – Flensburg – Wassersleben

Beim Aufstehen Regen, beim Frühstück Regen, bei der Fahrt Regen, der jedoch pünktlich beim Aussteigen aufgehört hat. Wir wurden an einer Buswendeschleife abgesetzt. Um 8.22 Uhr haben wir mit unserer Wanderung mit der Umrundung der Halbinsel Holnis begonnen. Auf den ersten Etappen begleitet mich meine Frau, die eine besondere Beziehung zu Flensburg hat.

Über Salzwiesen entlang des Kliffs ging es zum Holnis-Strand. Die Kraft des Meeres arbeitet ständig am Kliff. Alte Bäume mit riesigen Wurzeln, die unterspült wurden, liegen am Saum des Kliffs (siehe Bild). Die Beschriftung eines Seemannsgrabes zeigt, dass die Verweigerung der Anlandung für Schiffe nicht erst seit der Corona-Zeit aktuell ist: „An dieser Stelle liegt der Steuermann Peter Thomson aus Flensburg begraben. Er kam im Jahr 1850 mit seinem Segelschiff aus Westindien zurück. Da er krank an Bord lag mit Cholera, wurde dem Schiff bei der Visitation an der Norderfährbrücke das Einsegeln nach Flensburg verboten. Das Schiff wurde vor Anker gelegt. Der Steuermann verstarb an Bord. Seine Kameraden begruben ihn hier in aller Stille .“

Regenkleidung ist hier oben ein Muss. Immer wieder fing es an zu regnen, also typisch norddeutsches Wetter😉. Der Strand war wetterbedingt leer, aber Urlaub in Deutschland ist beliebt. Bereits vor Ferienbeginn steht bei den ersten Pensionen und Hotels: Alle Zimmer belegt. Weiter geht es nach Glücksburg mit seinem einmaligen Wasserschloss. Es ist eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser Nordeuropas. Man sieht daran, dass sich die Flensburger als Nordeuropäer sehen. Das Schloss war Stammsitz der herzoglichen Linien des Hauses Glücksburg und zeitweilige Residenz des dänischen Königshauses. Wer will, kann hier heiraten.

Weiter geht es Richtung Süden durch den RuheForst Flensburger Förde. Wer will, kann sich hier bestatten lassen. In Flensburg-Meierwik habe ich viele von euch getroffen, nicht euch persönlich, sondern nur eure Punkte beim Kraftfahrbundesamt. Das Gebäude ist groß, da passen noch viele Punkte hinein.

Wer glaubt, so an der Küste geht es immer eben, der täuscht sich. Es geht die Geestrücken auf und ab, und wer es nicht glaubt, muss in Flensburg, unserem nächsten Ziel, nur die Toosbüystraße hinauf gehen. Die ist fast mit den Stuttgarter Stäffele gleich zu setzen. So kamen insgesamt mehr als 200 Höhenmeter zustande.

Neben der Besichtigung von Stadtbild, Denkmälern und Kirchen haben wir auch weitere Flensburger Traditionen gepflegt. Ein gutes Flens ist deutschlandweit aus der Werbung bekannt. Flensburg ist auch die Rumhauptstadt Deutschlandes (in der Blütezeit gab es über 200 Rumhäuser). Eine gute Auswahl haben wir im „Genusswerk Flensburg“, einer umgebauten Kaffeerösterei, zu uns genommen. Glücklicherweise waren es danach nur noch 3 km bis nach Wassersleben, direkt an der Förde.

Zum gelungen Abschluss des Tages fehlt jetzt nur noch eine Scholle oder ein Butt.


Entfernung

Etappe – 32,5 km

Gesamt – 32,5 km

Höhenmeter

Etappe – 265 m

Gesamt – 265 m