Diese Etappe ist die Durchquerung der Stadt Kiel von Norden nach Süden. Idealerweise geht es immer der Förde entlang, aber einige Industriebetriebe und Brachflächen unterbrechen den Fördeweg. Der spektakulärste Teil ist die Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals über eine Verbundbrücke. Jeder LKW ist spürbar und der Blick auf Schleuse und Förde wunderbar. Kiel ist die Brücke zum Norden, hergestellt mit den riesigen Fähren.

Schleuse Holtenau 
Nikolai Kiche eingezwängt von modernen Bauten 
Seebar in der Förde
Schilksee – Friedrichsort – Holtenau – Nord-Ostsee-Kanal – Kiel-Stadtmitte – Schwentinental-Raisdorf
Heute haben wir die dritte Art zu frühstücken kennen gelernt. Erste Art: Abends aus der Karte aussuchen, morgens wird es frisch an den Tisch gebracht. Zweite Art: Buffet, aber ein netter Herr oder eine nette Dame richten dir deine Auswahl. Dritte Art: Tagesgäste bekommen kein Frühstück. Dies war heute Morgen der Fall. Also erst mal die Stiefel geschnürt und nach Friedrichsort zum Bäcker. Netter Vorort mit sehr geschwätzigen Alten. Und jeder scheint jeden zu kennen.
Am sehr flugarmen Flughafen Kiel-Holtenau vorbei zum Nord-Ostsee-Kanal, natürlich über die Brücke, dem höchsten Punkt unsere heutigen Wanderung, und nicht die Weicheitour mit der Fähre (wir hatten sie erst von oben gesehen). Dies wäre doch ein schönes Projekt nach Brunsbüttel.
Ein kleinen Zwischenstopp auf dem Steg der Seebar Düsternbrook. Dort kann man essen, trinken, oder vom Pier aus ins Wasser, ein Bad nehmen. Auch die Kieler wissen zu leben. Ein Herr bestellte gerade eine Flasche Prosecco, damit er ausgerüstet ist, wenn seine Frau vom Schwimmen kommt. Das ist doch mal Fürsorge.
Weiter geht es in die Stadt, aber noch schnell am Kieler Büro vorbei. Es liegt direkt über einem Einrichtungshaus, falls jemand noch was braucht. Wir wurden freundlich aufgenommen und bekamen gleich was zu trinken, was auf mein Äußeres schließen lässt. Das Corona-gerechte Beweisfoto ist im Archiv. Der Auslastungsstand im Kieler Büro wird nicht elektronisch gemessen, sondern mit einem „geeichten mit Sand gefülltem Glas. Der derzeitige Stand liegt bei 100 %. Macht die Fenster auf und lasst den Sand hereinwehen. Eine schöne Idee.
Nach den Industriegebieten geht es weiter in die Altstadt. Es heißt nur der Bezirk noch so, Altstadt gibt es nicht. Nach dem Krieg wollte der Stadtbaumeister eine neue moderne Stadt gestalten und nicht den Historismus durch den Wiederaufbau der zerbombten Häuser wie in Flensburg oder Lübeck pflegen. Aus heutiger Sicht sicher problematisch. Ein Beispiel ist das älteste noch erhaltene Gebäude, die Nikolai-Kirche, die jetzt von zwei Neubauten eingepfercht wurde (siehe Bild). Ein besseres Bild kann man beim besten Willen nicht machen. Ähnliches spiegelt sich am Bahnhof und auch bei anderen Ansichten wider. Es gibt sicher viele Kieler, die ihre Stadt lieben, zum spontan Verlieben ist sie nicht geeignet.
Jeder Stadtrand ist einmal erreicht. Weiter geht es durch das grüne Tal der Schwentine, vorbei am Staudamm, der eigentlich nicht sichtbar ist, zur Unterkunft vor den Stadttoren.
Abendgegessen haben wir bei einem einfachen aber guten Italiener in Raisdorf, oder zusammengefasst, einfach gut. Übrigens: Morgen gibt es wieder Frühstückvariante 1 😊😊.

Entfernung
Etappe – 29,6 km
Gesamt – 206,2 km

Höhenmeter
Etappe – 212 m
Gesamt – 1.250 m