Der Weg zurück zur Via Jutlandica führt erst durch das Tal der Treene Richtung Osten. Asphalt musste wieder getreten werden, jedoch auch viele Gras- und Waldwege. Die A7 wurde heute zum 4. Mal gequert, für lange Zeit hoffentlich zum letzten Mal.

Seltsame Pflanze 
Wegweiser für Extrempilgerinnen 
Fischerdorf Holm
Tarp – Keelbeck – Stenderupau – Stenderup – Idstedt – Schleswig
Von Tarp bis nach Keelbeck ging es auf weichem Boden entlang der Treene, die in diesem Bereich noch sehr naturbelassen ist. Direkt angeschlossen geht es über weiche Waldwege. Anstrengend sind immer die Zwischenstücke, oft kilometerlange gerade Wege und Straßen. Für das Auge und den Geist fehlt die Anregung, für die Gelenke ist dies Knochenarbeit. Nach jeder Zwischenstrecke kommt wieder eine schönere. Von Stenderupau nach Stenderup dient als Weg ein kurz gemähter Rasen entlang eines Baches. Vergessen hatten wir nur unsere Stiefel auszuziehen und barfuß zu gehen. Die Wege waren zumindest wesentlich abwechslungsreicher als gestern.
Auch die Wildpflanzen geben Rätsel auf. Gelbe Himbeeren im Wald? Gezüchtet kann ich mir alle Farben vorstellen, aber als Wildpflanze? Sie schmecken ähnlich, nicht ganz so süß.
Der Idstedter See mit Badestelle mit Strand und einer Vielzahl von Stegen lädt zum Baden und Verweilen ein. Vielleicht liegt es am nahen Meer, von Überfüllung keine Spur. Das Wasser hat eine Besonderheit, da es sich um einen elektrolytarmen See handelt. Für mich fühlte es sich wie immer an, nass und kalt. Dafür musste ich mir das Wort Memme anhören.
Das Ziel ist auf dieser Etappe das Highlight, Schleswig an der Schlei, einem 42 Kilometer langem Meeresarm. Die Breite beträgt durchschnittlich 1,3 km, weitet sich jedoch in zwei Becken von 2 und 4 km Breite auf, die durch eine Engstelle von nur 280 Meter getrennt sind. Ein Paradies für viele Segler. Durch die natürlichen Zuflüsse handelt sich es um ein Brackwasser mit einem Salzgehalt von 1,8 % an der Mündung (entspricht dem der westlichen Ostsee) und 0,4 % in Schleswig. Das Brackwasser soll eine eigene Fauna und Flora und einen großen Fischreichtum (lecker fangfrischer Fisch, ein Muss zum Abendessen) ermöglichen.
Sichtbares Wahrzeichen von Schleswig ist der Dom. Wer sich heute über lange Bauzeiten aufregt, sollte einen Blick in die Vergangenheit werfen. Das Portal ist aus romanischen Zeiten um 1200, der 112 Meter hohe Turm wurde erst 1894 vollendet, finanziert durch Reparationsleistungen der Franzosen. Der Turm ist vollständig eingerüstet, was auf größere Sanierungsmaßnahmen schließen lässt. Es scheint hier, dass die neueren Teile wieder zuerst restauriert werden müssen.
Zum Abendessen sollte es dann leckerer Fisch aus der Schlei sein, aber auf der Karte gab es nur Scholle oder Heilbutt. Früher gab es in jeder Siedlung an der Schlei Berufsfischer. Bis heute soll es noch welche in Holm, einem kleinen Stadtteil von Schleswig, geben. Sehenswert sind die kleinen, eng beieinander stehenden Fischerhäuschen aus dem 18. Jahrhundert. Einen einzigen Fischer konnten wir dort sichten. Töpferwaren und Glaskunstwerke scheinen sich mehr zu lohnen.
Sehr schwierig wird ein Beitrag bei schlechtem Internet. Aber mit viel viel Geduld und noch mehr Hoffen ging es dann doch.