Zuerst einmal Kultur: Haithabu, der größte Handelsplatz im Norden zur Zeit der Wikinger. Die weitere Wanderung ging entlang der Schlei und um zwei Noore, Nebenseen der Schlei. Corona hat uns einen größeren Umweg, bzw. eine Umgehung beschert.

Blick bei Frühstück über die Schlei 
Beantwortung der Mails in der Mittagspause 
Über zwei Wanderer staunen nich nur kleine Jungs
Schleswig – Haithabu – Fahrdorf -Burgwedel – Götheby-Holm – Kochendorf – Eckernförde
Kaum aus dem Hotel heraus, schon Kontakt zu zwei freundlichen Warnemündern. Sie haben an unseren Rücksäcken sofort erkannt, dass wir ebenfalls wie sie Wanderer sind. Sie wandern nach Haithabu und zurück, also ca. 9 km. Als wir erläutert haben, dass wir weiter wandern kam die Aussage: Aha, Hotelhopper. Wieder einen neuen Begriff gelernt.
Kurz vor Haithabu der nächste Kontakt, jetzt mit einer Einheimischen. Wir hörten nicht Vögel zwitschern sondern Geräusche wie von Düsentriebwerken. Auf die Frage, ob es hier einen Flugplatz gibt, nannte sie uns den Fliegerhorst Jagel. Unaufgefordert erklärte sie uns, dass sie jetzt wohl gerade mal wieder Geld zum Fliegen hätten, aber auch wochenlang Ruhe wäre. Als „Flughafenexperte“ war es für mich dann doch faszinierend, als die Kampfjets im Zwei-Minuten-Takt nach dem Manöver auf der Ostsee über unseren Köpfen zur Landung ansetzten.
Noch eine Begegnung in Haithabu. Uns kam eine Schulklasse entgegen. Ein aufgeweckter Junge aus der letzten Gruppe fragte mich, was ich im Rucksack hätte. Ich habe ihm den Inhalt erklärt, er wollte aber doch nur wissen, was dass für ein Schlauch aus meinem Rucksack (Trinkbeutel) ist. Es hat sich dann folgender Dialog entwickelt: „Wie lange wanderst Du“ „3 Monate“ ungläubiges Schauen „3 Wochen?“ „Nein, 3 Monate“ noch ungläubigeres Schauen „Und warum machst Du das?“ „Weil es Spaß macht. Wenn Du älter bist, wirst Du dies vielleicht auch machen“ Die Blicke waren noch viel ungläubiger. Heimlich wird dies jetzt in ihm arbeiten. Ihr könnt nachlesen, warum ich diese Wanderung mache.
Wir machten einen „kleinen“ Umweg und schauten uns Haithabu an. Wie ihr sicher alle wisst, wurde Haithabu 804 das erste Mal urkundlich erwähnt und war in seiner Zeit der wichtigste Handelsplatz im Norden. Faszinierend war die Größe der Siedlung und bei den einzelnen Nachbauten der Häuser das ursprüngliche Erstellungsdatum und Zerstörungsdatum einzelner Häuser. Umgeben war Haithabu von einem 9 Meter hohen Wall mit Palisaden. Die Zerstörung von Haithabu 1066 war gleichzeitig das Ende der Wikingerzeit.
Weiter ging es dann ums Noor und wieder an die Schlei. Wir konnten herrlich Mittag auf einem Steg an der Schlei genießen. Das Aufstehen viel uns nachher schwer.
Kurz danach schlug Corona zu. Wir wollten weiter an der Schlei, aber der Weg war versperrt. Das Gut Louisenlund ist heute ein Internat. Altenheime, jedoch auch andere Einrichtungen wie Internate wurden für alle, teilweise sogar für Angehörige, gesperrt. Da ich selber und auch mein Sohn auf einem Internat war, hätte ich auch schon die Durchquerung spannend gefunden. Jetzt war eine größere Umgehung angesagt. Ein Teil des Umweges ging über einen Golfplatz mit freundlichen Golfern, die verzweifelt einen Ball gesucht haben, eine Tätigkeit, die viele „hoch begabte“ Golfer nachvollziehen können. Das Clubhaus hat unseren Getränkehaushalt wieder ausgeglichen.
Wir sind froh, erschöpft an unserem Strandhotel direkt an der Bahnstrecke angekommen.

Entfernung
Etappe – 36,6 km
Gesamt – 144,1 km

Höhenmeter
Etappe – 274 m
Gesamt – 872 m